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SXSW 2013 Recap

Es ist nun schon ein paar Tage her, seit ich aus Austin von der SXSW zurück bin, doch bin ich noch immer schwer beeindruckt von diesem Festival / Konferenz des nächsten Levels.

Ich dachte, ich kenne große Konferenzen in den USA (mit 7.000 Teilnehmern)
Ich dachte, ich brauche ein Mifi, weil Konferenz W-Lan eh nie geht.
Ich dachte, mich kann Konferenzseitig nichts mehr überraschen
Ich dachte, ich bin eher der Konferenz-Hotel-Typ

Ich lag falsch.

Kurzer Rückblick zum letzten Konferenz-Tag: Ich stehe im März bei 28 Grad im Spotify House (ca. 1km vom Messe-Gelände entferntes Haus, das mal kurz Komplett renoviert und lime (für Männer: Grün) angemalt wurde) höre einem Life Act zu, während mir ein Marc von Eventim (der mal spontan bei uns in der WG übernachtet hat) erklärt, dass das einer der ganz großen Geheim-Tipps gerade ist. Natürlich gibt es W-Lan und ich erfahre über unseren WG-Group Chat, dass wir jetzt leider los müssen, um für unsere spontane House Party zu kochen. Unklar ist immer noch, ob alle Gäste überhaupt zu uns kommen, da man auf ein Taxi teilweise 2 Stunden warten muss, ohne sicher zu wissen, ob es dann auch wirklich kommt.

Aber zurück zum Anfang. Die Vorgeschichte

Eigentlich begann alles letztes Jahr im November, wo ich auf dem Rückweg von der damaligen PubCon (lohnt sich nicht mehr) aus Las Vegas in San Francisco Zwischenstop hielt, um mich mit Simon Harlinghausen von Akom360 und Alex von facebook zum Diner zu treffen. Simon hatte gerade Airbnb für sich entdeckt und eine Nacht mit Miachel Praetorius (NOEMO) auf einem Hausboot verbracht und eine Wohnung in SF gemietet in der wir zu viert bequem übernachten konnten. Nach einem Bayerischen Schweinebraten, den wir komplett mit Zutaten aus Target gekocht hatten, saßen wir zusammen und fanden das eine sehr angenehme Art, als Gruppe in einem fremden Land unterwegs zu sein, da wir ja alle berufliche Überschneidungen hatten.

Im April auf der SMX in München erzählte mir Christoph Bornschein von TLGG, dass für ihn die wichtigste Konferenz die SXSW sei. Ich hatte schon seit ein paar Jahren von dieser ominösen Konferenz gehört, wo twitter oder foursquare gelauncht wurden und überhaupt wohl viele Leute waren. Die zunehmende Anzahl von Konferenzen in DE und das lieblose Leben der Konferenzen in US hatten mich auf die Idee gebracht, mal ein paar neue Events zu testen.

Ich erzählte Simon von meinem Plan, dahin zu fahren und er schloss sich spontan an, Michael schlug daruaf sofort vor, doch wieder eine Nerd WG zu machen und so war der Plan geboren. Drei Nerds in Austin. Simon nahm die Suche in die Hand und fand nach einigen Hürden ein schönes geräumiges Haus mit genug Schlafzimmern, da wir davon ausgingen, dass sich uns noch mehrere anschliessen würden. Die Hürde stellt sich so dar, dass ein normales Hotel zu er Zeit in Austin 250 USD pro Nacht verlangt und die Leute, die das Haus normalerweise bewohnen, eigentlich nicht für die Zeit ausziehen wollten…

Nachdem allerdings auch die Airbnb Vermieter mitbekommen haben, dass man da ein gutes Geschäft machen kann, steigt der „normale“ Mietpreis in dieser Zeit auch um ein Vielfaches.

Also gewannen wir noch ein paar prominente Mitbewohner wie Alexander von 121 Watt, Bastian von Foursquare und Stefan aus NYC dazu.

Soweit zur Vorgeschichte. Als wir unsere Anreise planten und sich freundlicherweise ein paar Mitbewohner meinem miles-and-more-einlöse-bestimmten Anfahrtsweg anschlossen, stellten wir schon fest, dass wir zwar am selben Tag, aber zu unterschiedlichen Orten flogen :-) Michael flog über Houston nach Austin, währen Alexander , Simon und ich nach Dallas flogen, um dort in den Mietwagen umzusteigen.

Ankunft Austin

Vorhersage der Konferenzleitung eine Woche vor Abfahrt: „The skies get crowded on arrival, so plan with some delays“

Zwischendurch ein paar Zahlen und Fakten zur Konferenz:
Themen: Interactive, music, film
angebliche Besucher: zwischen 250.000 in Worten: zweihundertfünfzigtausend (Austin hat 800.000 Einwohner)
laut http://en.wikipedia.org/wiki/South_by_Southwest
zahlende Konferenzteilnehmer: 30.000
2200 Konzerte auf 100 Bühnen
Aus Berichten: Bierpreis einen Tag vor den Konferenz: 2 USD, ab dem Starttag in der gleichen Bar: 8 USD
laut mashable:
Die Mehrheit der Besucher ist zwischen 21 und 34 mit 49% knapp gefolgt von den 35 bis 54 jährigen mit 46%
41% sind Frauen
44% sind Singles
80% kommen aus USA
64% kommen „for new business opportunities“
2% releasen einen neuen film oder ein album
4% kommen ohne Unterkunftpläne
96% benutzen social media

Und dann kamen wir. Und als wir die Tür zu unserem Haus öffneten, fragte uns Michael, ob es uns etwas ausmachen würde, jeden Morgen eine Live-Show in youTube aus unserem Wohnzimmer zumachen, er hätte da mal „etwas vorbereitet“… Interessanter Weise kann/darf man das in Deutschland nicht, weil man dafür eine Rundfunk-Lizenz bräuchte. Aber Michael hat vorsorglich schonmal eine beantragt.

Das Fazit

Es ist keine Konferenz für „german engineering“, wie Alexander mal meinte, d.h. konkrete Vorschläge sind da nicht so das Thema, auch wenn es einen Vortag „How to rank better in Google and Bing“ mit Matt Cutts und Douane Forrester gab. Auch sind die Themen rund um Online Marketing nicht so präsent. Wer aber die Menschen hinter den Unternehmen und ihre Motivation sehen will, und spontan genug ist, sich auch Mal in ungewohnte Themen zu setzen kann sehr positiv überrascht werden. Die Messe selber war durchwachsen, auch Deutschlands Beteiligung in der Messehalle war etwas unglücklich.

Ich bin nicht mit allzu hohen Erwartungen auf die Konferenz gefahren, da ich etwas Neues entdecken wollte. Das habe ich getan. Das nächste Jahr wird zeigen, ob jetzt meine konkreteren Erwartungen erfüllt werden. Neben den Eindrücken war aber vor allem der Kontakt mit Menschen, auch in unserer WG und den jeweils angeschlossenen Bekannten etwas, das für mich bereichernd war.

Eine Woche von der Familie weg zu sein, ist auch eine Belastung für alle Beteiligten.

Aber es ist natürlich auch nicht alles perfekt. Ich habe genauso langweilige und schlechte Sessions erlebt, wie an anderen Konferenzen. Zwei Dinge aber machen einen großen Unterschied aus:

1. Die offenen Menschen – Erstaunlicherweise sind trotz des großen Andrangs alle höflich und offen. Heerscharen von freiwilligen Helfern versuchen, die Besucher in die eine oder andere Richtung zu bewegen. 28 Grad, Sonne und Open Air Musik tragen sicher auch nicht unwesentlich zur guten Laune bei. Nur so kann man beim über die Straße gehen und mit Robert und Simon diskutieren spontan eine App-Idee entwickeln…

2. Die gute Organisation – Das WLAN geht! wirklich. Es gibt auch eine extra Session, in der die Techniker von ihren Hürden der letzten Jahre berichten. Die Teilnehmer werden sogar explizit aufgefordert, das W-Lan zu nutzen und keine privaten Hotspots zu eröffnen, da diese die Funkfrequenzen stören. Man kann das Thema also lösen, wenn man nur will. Es gibt eine wirklich gut ausgearbeitete Moblie App, die z-b- ermöglicht, die Session-Pläne von facebook-Freunden einzusehen und mit einem klick (touch?) diese Session seinem eigenen Kalender hinzuzufügen. Die gesamte Information vor und während der Konferenz war ausführlich, freundlich und unterstützend. Werbebotschaften traten komplett in den Hintergund.

Diese beiden Dinge wünsche ich mir mehr auf Konferenzen hierzulande.

Autor:

Pascal Fantou, Jahrgang 1972 ist Growth Hacker, Internet Marketer und Dad. Er bloggt seit 2006 auf q48.de

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  1. Pingback: Tech Recap zur SXSW 2013 - q48.de

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