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Was eigentlich hinter der ganzen PostView Diskussion steckt

… und warum Affiliates sich ihr eigenes Grab schaufeln.

Ich war (und bin immer noch) ein öffentlicher Verfechter von PostView als Werbeform.

Was mich anfangs gewundert hat, ist die Richtung, die sich aus dieser Diskussion entwickelt, und was dahinter für Fäden gesponnen werden.
Heute sehe ich das etwas klarer, und merke, wie so oft, wie naiv ich war.

Dazu ein paar Stationen zu meinen PostView Erfahrungen im letzten Jahr.

28. Januar 2009: Termin bei einer Agentur zur Vorbesprechung von PostView Aktivitäten. Inhalt: Cool, dass Du es so transparent machen willst, wir wünschen uns da auch mehr Qualität. Wir sind unzufrieden, wie es zur Zeit läuft. Wir kommen kurzfristig auf dich zu. Ich schlage vor, die Programme mit 5000 Views pro Tag in den Test aufzunehmen, um zu erfahren, welche Programme überhaupt relevant sind.

11. Februar 2009: Antwort auf meine Rückfrage mit einem PDF, mit Bannerbeispielen, Einbindungsarten und Optimierungslogik erklärt „sieht schon einmal ganz gut aus. Müssen vielleicht den ein oder anderen Punkt noch optimieren. Von unserer Seite kann ich Dir mitteilen, dass wir auch schon ganz gut voran kommen.

24. März 2009 Mail der Agentur mit einer Partnerliste: Hauptinhalt Shop XXX „Closed Group bereits voll“

28. April 2009 Gespräch mit Agentur GF auf der a4u – Inhalt: Wie passt die geschlossene Closed Group zu „wir sind mit der Transparenz der aktuellen Partner unzufrieden?“ Zusage einer kurzfristigen Klärung

8. Mai 2009 Mail der Agentur: Wir haben unabgestimmtes Postview von dir gesehen und schliessen dich jetzt aus allen Programmen aus. Weder Banner-Type noch die Bewerbung waren uns bekannt.

9. Mai 2009 Mail der Agentur an alle Netzwerke: P. F. ist ein Cookie Dropper, der unabgesprochene Sachen macht

9.-13.5. Mailverkehr zwischen Agentur und mir, um die meiner Meinung nach falschen Vorwürfe zu entkräften

13. Mai 2009 Ein Netzwerk lehnt meine Bewerbung ab, wegen „ungeklärter Vorgänge“

18. Juni 2009 Gespräch mit GF auf der Affiliate Tactixx, Aussage: Wir kannten die Werbeformate nicht und das hat zur Kündigung geführt.

7. Juli 2009 Zitat: „Hinsichtlich der Werbemittel in der Vergangenheit hattest Du recht, das ist
uns damals in dem Papier gar nicht aufgefallen. Insofern war unsere Reaktion
für Dich zu Recht nicht nachvollziehbar – genau deshalb will ich ja für die
Zukunft einen definierten Prozess samt Kommunikation haben. Unklare Punkte
besprechen ist einfach der einzig sinnvolle Weg. Wir müssen alle daran
arbeiten gegenseitig berechenbar zu sein.

In diesem Sinne werden wir uns Mitte bis Ende nächster Woche wegen eines
Termines bei Dir melden, auf dem wir für die Zukunft eine tragfähige Basis
der Zusammenarbeit finden.“

September 2009 Immer noch kein Terminvorschlag. Kündigung bei allen Programmen dieser Agentur besteht bis heute.

Ein anderer Höhe-Punkt war ein Telefonat mit einem Netzwerk-Ansprechpartner.

PF: Ich habe hier AGOF Top50 Positionen, Tier 1, Nur Grossformate, für welchen Eurer Advertiser wäre das interessant?

NN: Kläre ich, aber schicke mir bitte die genauen Platzierungen, damit ich das mit unserer eigenen Buchung abstimmen kann, damit Du unsere Cookies nicht überschreibst.

PF: Sorry, aber ich kann einer Konkurrenzbuchung doch nicht meine Platzierungen geben.

NN: Dann können wir dich leider in den Programmen unseren Kunden nicht empfehlen. Die Kunden wollen ja eh immer mehr, dass wir diese ganzen Buchungen machen und nicht die Affiliates…

In den letzten sechs Monaten habe ich eine Seite an unserer Branche kennen gelernt, die ich zuerst nicht verstanden hatte. Einige Portal-Affiliates leiden unter den fallenden Erlösen genauso wie die Verlage, und die ganze Branche tut so, als ob sie keinen Rückgang in der Krise spüren würde. Aber zwischen den Zeilen kochen die Gemüter schon mal über. Da beschuldigen sich Affiliates gegenseitig, Tools decken das Brandbidding von Akteuren auf, die eigentlich im Sinne Ihrer Kunden arbeiten sollten, und regelmässig werden Papiere verabschiedet, die das Vertrauen wieder herstellen sollen.

Und gleichzeitig werden immer mehr Programme eingestellt, reduzieren die Konditionen, oder ganz plötzlich brechen die Conversions ein. Es läuft darauf hinaus, was ich schon vor ein paar Monaten vermutet hatte, aber natürlich doch etwas anders. Die Zahl der Intermediäre wird reduziert. Oder anders gesagt, es gibt zu viele Mäuler zu stopfen. Und weil das so ist, beginnen jetzt die unterschiedlichen Teilnehmer, ihre Pfründe zu sichern. Aussergewöhnliche Situationen erfordern aussergewöhnliche Maßnahmen.

Und je mehr alle aufeinander einhacken, desto reiben sich manche im Hintergrund die Hände. Warum sollten wir nicht gleich Google fragen, ob die Shops nicht ihr gesamtes Budget da abgeben können, das wäre doch dann für alle einfacher. Und ich kann mir zumindest einen vorstellen, der diese Idee zumindest so plausibel findet, dass er konsequent daran arbeitet.

Denn Pluralität ist kein Wert an sich. Sie bekommt ihren Wert nur, wenn auch Werte erzeugt werden. Das kann ich im Moment an vielen Stellen nur schwer erkennen. Auch und gerade auf der Seite der Merchants fehlen mir die Menschen, die anderen Shops erklären, wie sie es machen, und andere von ihrem Wissen profitieren lassen. Denn der Markt bekommt nur das, was die Merchants vergüten. Und zur Zeit bekommt es dem Markt nicht.

In einem Vortrag habe ich mal PostView und Affiliate Marketing tituliert mit: „Keine Macht den Drogen“. Heute ist der Markt schon teilweise auf einem kalten Entzug. Und wie verwundete Tiere reagieren, kann man bei uns gut erkennen.

Es ist bald Weihnachten und so wünsche ich mir (auch für mich) drei Dinge:

1. Mehr Offenheit und Kommunikation bei schwierigen Themen (weniger Politik)
2. Mehr Anstand und Moral, und ein Gefühl, wann es zuviel ist.
3. oder, wenn das beides nicht geht, dann einen guten Winterschlaf.

Und was wünschen Sie sich?

Autor:

Pascal Fantou, Jahrgang 1972 ist Growth Hacker, Internet Marketer und Dad. Er bloggt seit 2006 auf q48.de

21 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Pingback: Postview die Zweite

  2. Ich wünsche mir als Inhouse Affiliate-Manager das PV nie ohne zu fragen vom Affiliate eingesetzt wird. Außerdem wäre es klasse wenn die Affiliate-AGBs respektiert werden. Wir wurden in 95% der Fälle ohne vorherige Fragen mit Postview beglückt. Es kam nicht nur einmal vor das unsere Webseite wegen der Last gar nicht oder nur schwer erreichbar war. Vielen Dank für die Last-Tests :) Aber wir benötigen die wirklich nicht.

    Postview-Tracking ist aus vielen verschiedenen Gründen eine absolut ungeeignete Meßmethode. Display-Marketing ist ne gute Sache, Postview aber die falsche Vergütungs- oder Meßmethode.

  3. Ohje. Das hört sich, gerade auf Agenturseite nicht so gut an. Ich frage mich ohnehin, was da im Hintergrund so alles läuft. Denn normalerweise dauert eine Entscheidung nicht so lange.
    Könnte es sein, dass dieses ganze Durcheinander auch an der Unwissenheit des Themas liegt?

  4. @Lars Da kann ich deinen Ärger gut verstehen. Ich finde, dass gerade in der Anfangszeit da von allen Seiten sehr schlecht (also in deinem Fall gar nicht) kommuniziert wurde. Von der Layer Historie her hätte man sich da eigentlich anders verhalten müssen. Und die Merchants entweder auf solche Peaks vorbereiten, oder sie als Netzwerk davor schützen.

    Die Argumentation „Das haben wir nicht gemerkt“ hört bei allen Beteiligten auf dieser Nahrungskette auf, wenn gestern 1000 Views und 10 Clicks und heute 1000 Clicks da sind. Aber wie gesagt, ich kann deinen Ärger und deine Position verstehen, ich würde als Merchant PostView immer anbieten, aber wie bei anderen Kanälen eine automatisierte Fraud Detection anschliessen.

    @Andreas In dem Fall… Nein.

  5. Ich bin bewusst genen die heute so genannte Technik des Postview Systems, ich nenne es genau so, wie es ist. Tracking Cookies sind,- und wares es schon immer eine Art von Spyware.

    Es wird ohne Wissen und Zustimmung des Users etwas auf dem Client Computer hinterlegt um sich an den nachfolgenden Aktivitäten zu bereichern. Spyware lässt grüßen.

    Heiko

  6. Ich finde die Story oben interessant… Intransparent, unseriös und persönlich schwach!

    Ich wär (!) für Postview wenn ich als Betreiber von Contentportalen und als SEM-Affiliate (wo ich beides mal den Käufer im Suchprozess abhole, ihn auf die Kaufentscheidung vorbereite und den Lead zustande bringe etc.) einen prozentualen Anteil am Lead / Sale erhalte.

    Und zwar nicht nur einen Anteil sondern einen Großteil. Problem ist dass mir Conversions ohne Ende wegbrechen dank PV. Und selbst wenn die PV Affiliates argumentieren dass alles im sichtbaren Bereich und ausreichend groß ist – mir kann keiner erzählen dass eine Werbung im potenziell sichtbaren Bereich auch im Regelfall (!) vom Nutzer wahrgenommen wird.

    Oder erinnert sich einer an die heutige Werbung auf SPON (oder Bild oder IWB) ?!?!?

    PV von mir aus, aber dann möchte ich meinen prozentualen Anteil haben. Sonst verlier ich als Content Portal und SEM Affiliate, stell die Bewerbungen ein oder mach was mit Spyware :)

    Ich freu mich auf die Kissenschlacht auf der Networkx. Wetten dass bei der Diskussion ähnlich wie bei der Tactixx-Ethik Diskussion NIX rauskommt??! Da sitzen auch die absolut falschen Teilnehmer meiner Meinung nach – aber was solls. Immerhin gibts Getränke und Essen! Und am Ende kuscheln alle wieder miteinander und haben sich ganz doll lieb!

  7. @Heiko Ich respektiere deine Meinung, ich sehe das allerdings anders. Jedes Tracking-System ist zum größten Teil zum Nutzen des Users und hat überhaupt kein Interesse, im Gegensatz zu SpyWare Informationen über den einzelnen Nutzer zu bekommen. Bem Tracking geht es immer nur um Nutzersegmente, die sich auf die eine oder andere Weise verhalten. Davon lern der Shop, und versucht z.B. dem Nutzer das nächste Mal besser zu empfangen.

    Wer dagegen ist, soll die Cookies einfach abstellen. Google hat hier meines Erachtens sogar wirklcih gute Ansätze gezeigt, wie man den Usern, denen ihre vermeintliche Privatsphäre in dem Punkt so wichtig ist,helfen kann. Aber für die Masse der User ist das überhaupt kein Thema.

  8. Haha, Jens. Das Leben besteht nicht nur aus Rammlern und Bunnys :)

    Also Pascal, das Problem bei deiner Artikel ist: du warst (im Zweifel jahrelang) Partner dieser Agenturen / Merchants (Partner = Affiliate laut der letzten Tactixx *hüstel*). Und nun wirst du abgegrätscht. Das find ich irgendwie doof… Der wirtschaftliche Schaden sollte im Rahmen der Moral-Keule Dritter auch erwähnt werden.

    Dass ich gegen PV bin ist meine persönliche Einstellung. Von mir aus gerne, aber dann (wie oben angesprochen) korrekt und transparent!!! Ich denk dass das in deinem Sinne ist ;)

  9. @frank ich finde es vollkommen ok, wenn man sich die Partner aussucht, mit denen man zusammenarbeiten will. Von mir aus auch aufgrund persönlicher oder anderer Vorlieben und Vorzüge…

    Damit kann ich gut leben. Der Stil ist sicher Geschmacksache.

    Der wirtschaftliche Schaden ist meiner Meinung nach schwer zu beziffern, aber sicher immer da, wo bewusst oder unbewusst die Augen vor unerklärlich erfolgreichen Geschäftsbeziehungen geschlossen werden.

    Und da gilt nun mal die goldene Regel: Wer das Gold hat, macht die Regeln.

    Bei den ganzen Shops, die Online Marketing betreiben, und dem Wachstum der letzten Jahre ist die durchschnittliche Berufserfahrung unter zwei Jahren. Wenn diese Leute nicht fachlich und persönlich gut geführt und angeleitet werden, kann da schon mal was as dem Ruder laufen.

    Man bekommt immer das, was man bezahlt… Man sollte sich nur regelmässig fragen, ob es auch das ist, was man wollte….

  10. @frank: ehrlichkeit…moral…transparenz…loyalität…vertrauen…

    große werte…aber in zusammenhang mit affiliatemarketing???

    LOL!

    ich bleibe bei meiner einschätzung: wer in ein paar jahren noch geld verdienen will, sollte sich ein neues betätigungsfeld suchen, denn in einem markt, in dem man niemanden mehr vertrauen kann ist durch.

    ich widme daher allen leuten, die noch an affiliatemarketing folgendes liadl…:-)

    http://www.youtube.com/watch?v=sZl_50oHJTI

  11. Pingback: Post View – die Finanzierung von Trash?

  12. Pingback: Post View Tracking - Diskussion ufert aus | Party - Affiliate on Tour

  13. PostView sehe ich nicht unbedingt als Kern alles Übels aber des Pudels wahrer Kern liegt in den Graustufen. PostView kann eine sehr sinnvolle Sache beim Brandbuilding sein und um kurzzeitig auf reichweitenstarken Webseiten zu erscheinen. Langfristig kann ich als Manager eines der Top50 Zanox PPs nur folgendes dazu sagen:

    1. PV zieht sehr viele schwarze Schafe an
    2. Viele Merchants haben keine Ahnung, dass sie extrem viel Geld für 1×1 und sonstigen Fraud ausgeben
    3. Es gibt aus meiner aktuellen Sicht nur eine Hand voll guter PV Partner, diese zu finden ist für jedes PP schwierig
    4. Es müssen sehr klare Regeln dargelegt werden zum PV und diese müssen knallhart durchgezogen werden.
    5. Merchants müssen Klicks besser als PPV Sales werten.

    Das sind nur auf die schnelle ein paar Ansatzpunkte. Ich stelle in meiner täglichen Praxis fest, dass viele PV Agenturen sich um regeln einen scheißdreck kümmern, das ich monatlich 5-stellige Provisionsraten storniere wegen Frauds im PV Bereich

    Auf Seiten der Merchants fehlt die Kompetenz, auf Seiten der Agenturen die offene Verpflichtung zur Einhaltung von Regeln!

  14. Frank:

    Oder erinnert sich einer an die heutige Werbung auf SPON (oder Bild oder IWB) ?!?!?

    ..

    Selten so einen Knaller gelesen. Genau. Das schreit ja nach Marketing Kurs Volkshochschule. Am Besten kriegt Spiegel Online auch keinen TKP mehr, erinnert sich ja eh keiner dran, es gibt ab sofort nur noch 1 EUR pro Lead.

    So ein Schwachsinn, sorry. DAs ist echt geil wie Affiliates oder Webmaster die eigene Werbeleistung auch noch aus lauter Unwissenheit kleinreden und sich und andere Websites zu Schmuddel und Ramschware wirken und selbst nicht daran glauben, dass Werbung wirkt.

  15. @shadows Ich stimme dir in den meisten Punkten zu.

    Bei einem Punkt habe ich eine andere Zukunftsvorstellung: Ich könnte mir vorstellen, dass eine Lösung sein könnte, alle PV-Werbemittel über einen Merchant Ad-Server auszuliefern, und das grundsätzlich jedem Affiliate anzubieten. Der Merchant-Adserver kümmert sich gleichzeitig darum, dass die maximalGRPs nicht überschritten werden und liefert nur aus, wenn er sichtbar ist. Der Publisher kann (analog Adsense oder Amazon) eine Fallback-URl angeben, die aufgerufen wird, wenn z.b. die GRPs oder die Tagescappings überschritten sind.

  16. Die Goldene Regeln hier lautet: NONSTOP vor Betrügern warnen und mit denen Geschäfte machen die es wirklich können.

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