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Affiliate Klickbetrug Roundtable

Morgen bin ich zu einem Round Table der IWB eingeladen zum Thema Klickbetrug bei Affiliates. Das soll wohl die Nachfolgeveranstaltung zu dem unsäglichen Artikel sein, der etwas unglücklich, zum Teil einseitig und zum Teil auch falsch über Unregelmäßigkeiten im Affiliate Marketing berichtet hat.

Ich würde gerne das Forum hier zum Brainstorming nutzen und ein paar meiner Argumentationen querchecken lassen.

1. Klickbetrug – Thema unklar

Von Klickbetrug kann man eigentlich nur sprechen, wenn es analog zu Google um Klick-Vergütungen geht.

2. Warum wird das Thema Fraud im Zusammenhang mit Affiliates beleuchtet?

– Click Fraud gab und gibt es z.B. bei Google … es gibt Fraud im Display bereich, im SEM Bereich… überall.

– Meine These ist: Affiliates haben in dem Zusammenhang keine Lobby. Das bläst nun zwar in das Horn des BVDW, aber zum Teil stimmt es. Warum gegen Google schimpfen, wo man doch am Tropf hängt. Wie gegen die Display Probleme argumentieren, wo man doch vermarktet werden will?

Richtig gestellt wäre der Kontext so: die Online Branche ist sehr jung. (im Verhältnis zu anderen Branchen) In jungen Märkten kommt es immer wieder zu Auswüchsen und Unregelmäßigkeiten. Der Markt braucht gewisse Zeit, um für sich Regeln und Kontrollsysteme zu etablieren. Das ist ja auch an vielen Stellen im kommen, braucht aber seine Zeit. Wenn man als Pionier in der neuen Welt unterwegs ist, ist das gegebenenfalls auch ein gefährliches Unterfangen. Ich glaube nicht, dass eine Versicherung den Eisenbahnbau durch Amerika versichert hätte.

3. Gibt es Fraud im Online Marketing? Ein klares JA.

Google hat als Erklärungsversuch folgendes Modell gewählt:

Von 100% der Clicks gibt es x% ungültige Klicks. Diese können uas den unterschiedlichsten Gründen ungültig sein. Da gibt es z.B. Targeting auf ein Land, der klick wird aber von einer anderen GeoIp ausgeführt. Aus der Summe der ungültigen Aktivitäten gibt es nochmals den Prozentsatz y der Fraud-Clicks, die nachweisbar falsch sind.

Jeder Online Marketing Kanal wird sich bemühen für beide Fälle Definitionen und technische Maßnahmen zu ergreifen, um die zum einen auszuweisen und zum anderen zu verhindern. Bei der Transparenz hierbei mangelt es allen Kanälen. Auch zum Teil als Selbstschutz tituliert, möchte man nicht die Definitionen veröffentlichen, wie Fraud erkannt wird, um den potentiellen Fraudern nicht zu helfen.

4. Gibt es ungültige Transaktionen im Affiliate Marketing? Auch hier ein klares JA, gefolgt von einem Aber

Um die Gültigkeit zu definieren müsste man zuerst einmal wissen, was denn überhaupt gemessen und vergütet werden soll. Dann muss das technisch korrekt umgesetzt werden, und die teilnehmenden Partner und angrenzenden Kanäle entsprechend incentiviert werden. Daran scheitern meiner Erfahrung nach mindestens 80% der Afilliate Programme.

Aus diesen unklaren Definitionen und technisch falsch umgesetzten Messungen ergeben sich Räume für Betrug. Das ist analog jedem anderen Kanal. Wenn ich meine Ware im Kaufhaus ohne RFID Etikett liegen lasse, habe ich mehr Diebstahl raten. (Interessanterweise ist hier der größte Anteil des Diebstahls von interen Mitarbeitern, die die Systeme ja kennen)

Aus der obigen Definition des Fraud müsste jetzt noch geklärt werden, welche Transaktionen überhaupt davn betroffen sind, und wie die unterschiedlichen Partner mit welchem Fall umgehen.

5. Welche Themen sollten bzw. werden noch diskutiert? Was kann man dem entgegnen? Diskutieren Sie mit!

Autor:

Pascal Fantou, Jahrgang 1972 ist Growth Hacker, Internet Marketer und Dad. Er bloggt seit 2006 auf q48.de

6 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. MoinMoin Pascal,
    eine Kleinigkeit wird gern in der Gedankenstruktur vergessen:

    Wir sprechen über Betrug

    Ich habe in den Viren/Spyware/Adwaresachen bereits allerlei gesehen und Du kannst Dir vorstellen, wie ähnlich doch so manche Thematiken sind.

    Die Meisten machen m.E. den Fehler nach technischen Lösungen zu suchen. Dass es im Bereich der Technik nie zu einer Wunderwaffe kommen wird zeigt schon das Wettrüssten der Botnetz und Spamnetz-Betreiber vs. Securityhersteller. 10 Jahre nach Einführung von Sicherheitsprodukten leben immer noch beide Seiten der Medaille, sprich, Technik allein reicht nicht.

    Zugegeben, auch ich habe XYZ unterschiedlichster Statistikdaten und diese lassen sich auch in viele beliebige Richtungen auslegen, aber die Wurzel dieses Übels liegt ja nicht darin, dass ein Webmaster einen (Netzwerk)-Link einbaut und der darüber geschickte User etwas beim Merchant kauft.

    Es geht um die betrügerische Absicht indem dieser Link via 3 TinyURLS und 5 AdServer sowie 2 Restplatzvermarkter auf 100 Webseiten zum Megakrümelmonster mutiert.

    Ich denke, man sollte die Performanceagenturen und Netzwerke stärker mit einbeziehen und eher dem Fluss des Geldes folgen.

    Aber gut, auch das ist kein Allheilmittel und so werden sich die Geister auch weiter streiten :-)

    Grüssle Heiko

  2. An der ganzen Diskussion stört mich auch die sehr unsaubere Terminologie.

    Klickbetrug findet wenn, dann bei Pay-per-Click Modellen wie bei GoogleAdWords oder bei der Abrechnung mancher Online-Vermarkter statt (die übrigens auch das PostView-Tracking „erfunden“ haben).

    Im Affiliate Marketing sind Pay-per-Click-Modelle eher selten.

    Hier liegt der Anti-Fraud-Schwerpunkt aller Marktteilnehmer (Netzwerke, Agenturen, Merchants) eher im Bereich Cookie-Dropping und -Spreading.

    Das hat mit „Klickbetrug“ schlicht nichts zu tun.

  3. @Heiko

    Hallo Heiko. In bestimmten Fällen stimme ich ich dir voll und ganz zu. Leider gibt es auch Fälle in denen die Gemengelage nicht ganz so eindeutig ist.

    Am besten lässt sich das Problem analog der Google Click Fraud Argumentaion darlegen:

    1. Nach Henry Ford sind 50% Prozent der Werbung heraus geschmissen.

    2. In dieser schlechten Hälfte ist wiederum 50% aufgrund menschlicher Fehler schief gegangen (z.B. Kampagne in Adwords auf Sprache, nicht auf Länder eingrenzen)

    3. in den restlichen 25% ist die Hälfte aufgrund technischer Fehler Mist. (z.B. Trotz geoip-sperre wird ein besucher falsch geroutet)

    4. In den restlichen 12,5 Prozent ist die Hälfte böse Absicht eines oder mehrerer Teilnehmers in der Kette.

    5. Und die restlichen 6,75 % sind IMHO Messfehler.

    Lass uns nicht über Prozentsätze streiten, aber im Prinzip zeigt das as meiner Meinung, wo die größten Fehler herkommen. Klar gibt es schwarze Schafe und die muss man mit vereinten Kräften loswerden. Und zusätzlich hat man viel mehr Effekt, wenn man einfach mal anfängt, seine Hausaufgaben im Multi Channel Tracking zu erledigen.

    @ Manuel:

    Bin ich voll bei dir. Wie mein lange verstorbener Namensvetter bin auch ich ein Fan davon, die Terminologie sehr genau zu verwenden, damit keine Fehlinterpretation auftritt.

    Lustigerweise war das schon der erste Streipunkt in dem Roundtable.

    Ich finde es trotzdem wichtig, (und ich halte es für grob fahrlässig, das nicht so zu sehen) dass in einem Gespräch, dass aufgezeichnet wird und nachher von irgendwem abgetippt wird. saubere Terminologien zu verwenden. Denn wenn das nicht passiert, kommen solche in sich irreführenden Begriffe zustande wie „Klickbetrug im Affiliate Marketing.“

  4. Drehen wir den Spieß doch einmal ganz um: Was ist mit der intransparenten Abrechung gegenüber Publishern? Da wird gerne einfach mal am Ende des Monats einfach bis zu 50% der offenen Beträge in Stornos gewandelt und nie gibt es eine klare Antwort auf Nachfragen. Der Betrugsverdacht lastet immer auf dem Affiliate weil beide Seiten sich nicht in die Karten schauen lassen wollen.

  5. Diese in meinen Augen herbeigezogene Diskussion um Betrug auf Seiten der Publisher finde ich nicht besonders gelungen und kontraproduktiv.

    Soll hier das nützliche und erfolgreiche Performance Marketing in die Schmudell-Ecke gedrängt werden?

    „Affiliates unter Generalverdacht – fast schon so schlimm wie diese Bankmanager.“

    Wenn die Beschuldigungskampagne von der SEM, CPC und TKP Lobby gestartet wurde, kann ich das gut nachvollziehen. Ohne hier Verschwörungstheorien zu launchen, haben die „klassischen“ Werbeformen viel davon das Performance Marketing zu diskreditieren.

    Jemand der wenig informiert über den Start eines PP nachgedacht hat, muss nun das Gefühl haben, das die bösen Affiliates ihn eh nur betrügen. Und Affiliate möchte auch keiner mehr werden, schließlich gehört man dann ja zu den Bösen… und der Werbekunde bucht wieder Banner auf TKP Basis und wundert sich über den unkalkuliert schlechten ROI.

    Möglichkeiten des Missbrauchs gibt es immer und natürlich auch Mittel den zu unterbinden – mit Technik und mit guten Konzepten.

    Und der Missbrauch findet nicht nur bei den Affiliates statt, sondern auch bei den Programm Betreibern. Enorme Stornoraten von über 80% werden da als normal bezeichnet, obwohl das Partnerprogramm damit deutlichst aus der Statistik ausbricht. Andere Programmbetreiber sind noch nicht mal willens zu solchen Unregelmäßigkeiten Stellung zu beziehen.
    Oder es wird behauptet der Sale kam über ein anderes Netzwerk zu stande. Klar wenn man dort nur 8% statt 10% Provision bezahlen muss…

  6. Ich denke auch, dass es weit her geholt ist auf die Affiliates den erhobenen Zeigefinger zu richten.
    Letztlich ist es Aufgabe der Agenturen und PP Betreiber sich entweder gegen Betrug zu schützen oder seine Partner genauer auszuwählen.

    Ich kann dazu sagen, dass bisher keiner meiner Partner in einem Betrugsfall aufgefallen ist. Mag sein, dass unsere Mechanism das nicht identifizieren konnten, wahrscheinlicher ist aber, dass eine gute Zusammenarbeit ebenso gut davor schützt.

    Die Richtung, aus der diese „Anklage“ rührte ist ein performanceunabh. Teil des Onlinemarketing. Da fällt es leicht die Damen und Herren Affiliates zu diskreditieren, da diese ein Stück vom Kuchen haben wollen und so doof sind auch wirklich für Ihr Geld zu arbeiten.

    Ein wenig beschämend finde ich aber gleichermaßen den ein oder anderen Publisher, der den Dreck gleich zurück wirft und die Diskussion zum Anlass nimmt die Merchants zu den schwarzen Schafen zu machen, anstatt das ursprüngliche Thema richtig zu stellen.

    Viele Grüße
    Jochen

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