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isa startet trauer.de

Trauerfälle sind der neueste Geschäftszweig der ISA. Das Geschmeinschaftsunternehmen von WAZ, Holtzbrinck und der Verlagsgruppe Ippen hievte deswegen bereits im August testweise das Online-Angebot „trauer.de“ (www.trauer.de) ins Netz. Die wichtigste Funktion der pietätvoll-gestalteten Website sind die Online-Kondolenzbücher, in denen „Freunde oder Bekannte ihr Mitgefühl und ihre Unterstützung ausdrücken“ können. Nachrufe und ein digitales Fotoalbum sind weitere Möglichkeiten einen verstobenen Menschen bei „trauer.de“ zu würdigen. Eine Ratgeber-Rubrik bietet zudem Infos zu vielen Themen rund um Tod und Trauer. Ein E-Mail-Service, der über Trauerfälle aus der Region informiert, und Meldungen zu prominenten Trauerfällen runden das neue Angebot ab. Demnächst sollen die Traueranzeigen der angeschlossenen Partner-Tageszeitungen gleichzeitig bei „trauer.de“ veröffentlich werden – momentan sind nur die Todesanzeigen des „Münchner Merkur (Ippen) vorhanden. Reine Online-Anzeigen sind nicht möglich. Finanzieren soll sich „trauer.de“ durch Werbung – in Frage kommen u.a. Anzeigen von Bestattungsunternehmen, Floristen, Rechtsanwälten und Notaren. Der offizielle Startschuss ist für November geplant.

via kress

Ein heißes Pflaster, auf das sich die isa da wagt. Im Gegensatz zur Scout24-Gruppe ist die Nähe zu den Print-Titeln hier ziemlich klar. Ein Online-Trauer-Portal mit E-Mail-Service bei Todesfällen aus der Region? Ist das jetzt makaber oder praktisch? Die Tageszeitung ist auf dem stegigen Rückzug, und solange openBC dieses Thema nicht in einer Extension abdeckt, wie soll man die traurigen Nachrichten erfahren? Ich persönlich bin da ambivalent. Was meinen Sie? Diskutieren Sie mit!

Autor:

Pascal Fantou, Jahrgang 1972 ist Growth Hacker, Internet Marketer und Dad. Er bloggt seit 2006 auf q48.de

5 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Nicht schlecht, es gehrt Mut dazu sich an so ein Portal zu wagen. Aber ist die Zielgruppe die tglich die Todesanzeigen liest wirklich schon in der Onlinewelt angekommen?
    Makaber wirds, wenn der erste auf den Mails von trauer.de basierend einen Watch-Service anbietet…

  2. @Andre:

    Die Seite kannte ich noch nicht. Kann ich irgendwo verfgen, dass mir blo nie jemand ein so fragwrdiges Denkmal setzt?

  3. Nunja. Das schliet sich ja nahtlos an die Diskussion zum Thema „Deutsche Verlage positionieren sich gegen Google“ an. Hier versucht ein Netzwerk aus diversen Zeitungsverlagen sich gegen ihre Wettbewerber im Internet zu positionieren. Interessant an der Sache ist, dass es diesmal vor den Groen (Scout & Co.) passiert.

    So bld es klingt, aber genau das Thema ist ein echter Markt. Momentan sterben den regionalen Tageszeitungen die Leser weg und im jngeren Segment kommt kaum Nachschub. Aber genau diese sollen heute schon an solche Online-Services herangefhrt werden. Gerade in Deutschland ist die Traueranzeige eine echte Geldquelle. Wo in Sdeuropa die Menschen auf den Marktpltzen die Aushnge mit den gerade Verstorbenen lesen, ist in Deutschland die Regionalzeitung die erste Informationsquelle. Schade ist, dass Trauer.de sich vorerst nur auf die Zeitung als Quelle setzt. Um den kompletten Bestand und damit auch Masse zu zeigen, htte ich mich mit den Standesmtern zusammengetan und die kompletten Sterberegister integriert.

  4. ERSTENS: Ich finde das auch einen sehr mutigen, aber konsequenten Schritt. Denn die Generation U40 liest doch eh kaum noch Tageszeitungen, geschweige denn Todesanzeigen.

    ZWEITENS: Ich denke aber auch, dass das Thema nicht komerzialisiert werden kann, denn letzendlich ist es wie mit redaktionellen Beitrgen: Solange sie (in hnlicher Qualitt) gratis verfgbar sind, wird es Paid_Content (welcher Art auch immer) schwer haben.

    DRITTENS: Das Ding wird nur funktionieren und dann auch sinnvoll sein, wenn es bis ins letzte Detail seris und piettvoll ist. Vom Verffentlicher angefangen, ber die redaktionelle berprfung/Kontrolle bis hin zur gesamten grafischen Aufmachung.

    FAZIT: Aus meiner Sicht sind bei ISA alle drei Punkte erfllt und deswegen kann ich mir gut vorstellen, dass es akzeptiert wird. Aber Geld verdienen kann man damit meines Erachtens nicht. Doch das Internet ist ja nicht nur zum Geldverdienen da…

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